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die kaum ſichtbaren, gleich entfernten Sternen zittern⸗ den Lichter andeuteten.
Ein raſcher Tritt neben der Thüre ertönte, dieſe öffnete ſich, und der ins Zimmer fallende Schimmer des Lichtes, das der Nationalrath in der Hand hielt, hüllten in plötzliches Dunkel das Nachtbild vor dem Fenſter.
Der Nationalrath war ein mittelgroßer, ſchlanker Mann, an dem gleich im erſten Augenblick die großen ſchwarzen Augen auffielen, die er mit ſeinen Kindern gemein hatte. Das Geſicht mochte in ſeiner Jugend ſchön geweſen ſein, jetzt, und der Mann zählte doch kaum mehr als fünf und vierzig Jahre, hatte es ei⸗ nen krankhaften gelben Teint; die großen Augen ver⸗ loren etwas von ihrer eigenthümlichen Macht durch die flackernde Unruhe, mit der ſie den Fremden muſterten. Die Bewegungen des Nationalrathes, mit denen er jetzt das Licht mitten auf die Zeitungen des Schreib⸗ tiſches ſtellte und auf einen Stuhl wies, waren haſtig und ſogar von einer gewiſſen unweltmänniſchen Eckig⸗ keit nicht freizuſprechen.
Der Profeſſor verbeugte ſich und nahm Platz.
Das Auge des ſchweizeriſchen Volksmannes hatte wol auf den erſten Blick den Deutſchen erkannt. Der Nationalrath bemühte ſich hochdeutſch zu ſprechen, und


