Erſtes Kapitel.
Der Flüchtling.
„Im Lande der Freiheit!“ murmelte der Mann mit dem energiſchen Geſicht und den klaren ſinnenden Augen, der am Geländer des Dampfers ſtand und in die quirlenden Wogen des grünen Sees hinabſchaute. Wie die Wellen unter dem Bug anſchwollen und ſich wieder ſenkten, eine die andere verdrängend und mit ihrem weißen Schaum bedeckend, ſo ſtiegen ſie vor ſei⸗ ner Seele auf und nieder, die Träume ſeiner Kindheit, die Sagen von dem kecken Tell, dem Tyrannemörder, die blutigen Schlachten derfreien Bauern gegen die gehar⸗
niſchten Ritter Oeſterreichs und Burgunds.. Ueber dem
Bette des Knaben war unter Glas und Rahmen, fein ſau⸗
ber in Elfenbein geſchnitten, die Tellſage aufgehangen
geweſen, vom Schwur auf dem Rütli bis zum Tode v. Schlägel, Die Volksbeglücker. 1


