Teil eines Werkes 
3. Band (1872)
Entstehung
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René Mondélion ward etwas verlegen vor dem durchdringenden Blick der Mutter.

Sie werden mir zugeben, Mutter, daß es kein ernſteres und ehrenhafteres Motiv geben kann, als ein ehrbares Mädchen vor den Beleidigungen eines rohen Mannes zu beſchützen. Sie werden auch zugeben, daß ich alles für meine Ehre Erforderliche gethan habe, wenn mein Gegner mir auf dem Kampfplatz erklärt, daß er ſich nicht mit mir ſchlagen könne, weil er in⸗

zwiſchen, gerührt durch die Verzweiflung des Weſens,

für das ich mich ſchlagen wollte, ſein Ehrenwort ge⸗ geben habe, daß das Duell nicht ſtattfinden ſolle.

René ſprach ſehr haſtig, das Geſicht ſeiner Mut⸗

ter wurde immer ernſter.

Die Sache klingt abenteuerlich, ungefähr wie die Geſchichten, die ich manchmal in den Feuilletons leſe. Setze Dich, René, und erzähle mir. Ich hoffe, Dein Abenteuer iſt weniger modern, als es ſich im erſten Augenblick anhört.

René Mondélion, dey eingetreten mit dem Be⸗ wußtſein einer Liebe, auf die er ſtolz war, ſtand befangen vor der alten Frau, welche doch dem Laufe der Natur nach ſeine erſte und innigſte Vertraute hätte ſein ſollen. Aber ſeine Mutter war für ihn eben nicht blos die Erzeugerin, an welche ihn eine natürliche

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