Teil eines Werkes 
3. Band (1872)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

8

durch die Liſt eines Miniſters, und, Frankreich, das große mächtige Frankreich, ſchaut unthätig mit blödem Staunen auf ſtaatliche Veränderungen dicht an ſeinen Grenzen, die ſich über Nacht vollziehen und die ihm zu jeder andern Zeit das Schwert in die Hand gezwungen hätten. Und doch waren wir immer ſiegreich in allen Kriegen, die wir in den letzten Jahren geführt. Iſt es der verderbliche Genius des Mannes, der die Re⸗ gierung an ſich geriſſen, was uns trotz alledem immer mehr zur Ohnmacht zwingt? Sind wir freiwillig herab⸗ geſtiegen von der hohen Rangſtufe, die wir im Rathe der Völker einnahmen?

Während die Matrone derart ihr Herz von dem befreite, was ſie den ganzen Morgen gequält, war René Mondélion träumend und lächelnd dageſtanden. Was ſeine Mutter ihm ſagte, hätte ihn zu jeder andern Zeit zu ernſtem Nachdenken veranlaßt und ohne Zwei⸗ fel zu einem tiefſinnigen Geſpräch über die neueſten Vorgänge in der europäiſchen Politik geführt. Heute auf einmal erſchien es Mondeélion, als könne Frankreich gar nicht ohnmächtig und verrathen ſein, ſolange er ſo ſtolz, ſo froh, ſo glücklich war. Etwas von dieſem Bewußtſein klang auch in der Antwort wieder, die er ſeiner Mutter gab.

Es kann nicht Aufgabe eines großen, mächtigen