Teil eines Werkes 
2. Band (1872)
Entstehung
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Ich möchte eine hübſche Wohnung miethen. Dann wird das Beſte ſein, wir leſen an den Hausthüren die Ankündigungen, meinte der Kutſcher.

Nini ſtimmte bei.

Stanowsky hatte ſeltſame Empfindungen, als er

durch das Gemach Nini's ſchritt, welches die ganze öde traurige Unordnung eines raſchen Verlaſſens zeigte.

Jetzt, nachdem er ſie unwiderruflich weggeſchickt, nachdem die erſte Hitze verkühlt war und da man im Hauſe die Angelegenheit mit der in großen Hotels üb⸗ lichen Discretion aufzufaſſen ſchien, war es ihm erſt, als ſei das hübſche, tolle, ſelbſtſüchtige Weſen ſeinem Herzen näher getreten, als die kurze Zeit ihres Zuſam⸗ menſeins und ihre Eigenſchaften rechtfertigten.

Er war im Begriff zu ſchellen und zu fragen, welche Richtung der Wagen genommen, als es mit ſilberhellem Ton halb acht ſchlug. Es war dieſelbe Uhr, welche Nini geſtern Morgen zu der kurzen Aera des Glanzes geweckt hatte. Stanowsky erinnerte ſie an ſeine Verabredung mit Cleonoren, der geiſtreichen Frau des ſchlauen Pferdehändlers, ſeines Verbündeten und Gebieters. Ein Schauder ſchüttelte Stanowsky's ſchlanke Geſtalt, er mußte ſich noch einmal alle Demü⸗ thigungen vergegenwärtigen, welche er durch den rück⸗