Teil eines Werkes 
2. Band (1872)
Entstehung
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kalten Ausdruck angenommen. Nach den letzten Wor⸗ ten Entretout's war es wieder freundlicher geworden.

„Ich ſtehe vielleicht im Begriff, mein Leben mit einer Handlung zu beſchließen, welche alle Welt eine Thorheit nennen wird, und habe darum nicht das Recht, die Schwächen meiner Freunde allzuhart zu beurtheilen. Ihre Geliebte iſt mir willkommen, ſo wenig ſie mir nach Allem, was ich hörte, bis jetzt ſympathiſch war, ich glaube aber, daß die Liebe eines echten Mannes ein Recht hat, das ganze Vorleben eines Weibes hinwegzuwiſchen aus ſeinem Gedächtniß, und halte eine ſolche Liebe auch für ſtark genug, eine weibliche Seele neu zu gebären.“

Graf Entretout ſtarrte träumeriſch ins Leere. Er fragte ſich, ob er dieſe Wiedergeburt zu vollbringen vermöge, und vor ſeinen traurigen Blicken ſtieg wieder die Geſtalt des eitlen Prieſters auf, deſſen Pathos allein Macht hatte über die Seele ſeiner Geliebten.

Von der Seite, woher ſie gekommen, ertönte ſelte

ſames Geräuſch. Und in der That war es nicht ein einfacher geſchloſſener Wagen, wie ſie bei derlei Ge⸗ legenheiten üblich ſind, welcher ſich näherte, ſondern hochrothe Livreen ſchimmerten durch die Bäume, und im geſtreckten Jagdgalopp kam Stanowsky's vierſpän⸗ nige Poſt ans dem ſchmalen Reitweg hervor. Darin