Teil eines Werkes 
2. Band (1872)
Entstehung
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chen. Und ſelbſt wenn er am Leben blieb, er ver— achtete ſie wohl nur um ihres Bruders und um Nini's willen und darum, daß ſie ſo lange das unwürdige Verhältniß geduldet. Gleichviel, er hatte ſich, kaum daß eine flüchtige Neigung in ſeinem Herzen aufgekommen, mit Ekel von der unſaubern Sippe gewendet und über ſich ſelber gelächelt. Es iſt ſchrecklich, einem Menſchen verpflichtet zu ſein, der uns verachtet.

Louiſon ſtand ſchaudernd ſtill. Vielleicht ver⸗ achtete er ſie auch um ihrer Mutter willen.

Mit raſchen Schritten eilte ſie dann dahin. Ein paar Thränen, die erſtarrt ſchienen, wie ihr Geſicht, ſtanden in ihren Augen. Sie wollte ja nichts von ihm, keine Liebe, nicht den flüchtigſten Gedanken, nur ſollte er ſie nicht verachten, dazu hatte er kein Recht.

Louiſon gedachte des ſtrengen Blicks, des kalten, gemeſſenen Abſchieds, als Jean Jaccard der Einſiedle⸗ rin in der Faubourg St.⸗Honoré ſeine ſittlichen An⸗ ſchauungen ins Geſicht warf. Sie hätte am andern Tage nicht zu Stanowsky gehen ſollen! Sie wäre auch nicht gegangen, wenn Mondélion nicht faſt ge⸗ fleht hätte, als er ſie abzuholen kam. Aber dann hätte ſie der Engländerin nicht jene heftige Antwort geben ſollen. Die Engländerin! Louiſon ſtockte. Die konnte