Teil eines Werkes 
4. Band (1872)
Entstehung
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in gleichgültigem Tone eine Bemerkung wechſelnd über ihre Taſſe hinweg das Treiben der auf und ab wogen⸗ den Menge, welche zunächſt den Wagen der Kaiſerin erwartete und ihre Hofdamen zu ſehen wünſchte. Der ſchlankere der beiden Herren war auf das modernſte gekleidet und mit allen ſonſtigen Attributen eines Stutzers verſehen. Sein rechtes Auge hielt ein goldenes Monocle mit vollendeter Meiſterſchaft, zwiſchen den Fingern ſeiner rechten Hand war ein kaum meterlanges Rohrſtöckchen in beſtändiger Bewegung, um von Zeit zu Zeit zer⸗ ſtreut an das helle, reizend gemachte Beinkleid zu klopfen, während ſein linker auf das Marmortiſchehen geſtützter Arm in einer faſt zu Ende gerauchten Cigarre aus⸗ mündete, deren Duft die vorüberſchlendernden Gamins gierig aufſogen. Nicht ganz zu der eleganten Tournüre ſtimmte ein beginnender Vollbart, der dem eigentlich ſehr magern Geſicht eine gewiſſe Fülle und Rundung gab.

Wenn der Herr mit dem Monoele im Auge aufs Haar einem jungen Edelmann des Jockeyelubs glich, der ſich für den bevorſtehenden Feldzug bereits nicht inehr raſirte, ſo gehörte ſein Gegenüber zu jener großen Klaſſe der geſetzten, anſtändigen Herren, deren Aeußeres

der Franzoſe manchmal ſcherzweiſe mit Bonhomme

bezeichnet, deren Rollen auf der Bühne von den mittel⸗

mäßigſten Schauſpielern dargeſtellt werden und welche v. Schlägel, Nach uns die Sündflut. IV. 13