Teil eines Werkes 
4. Band (1872)
Entstehung
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Rothweine bei dieſer Gelegenheit an ſeine Dienerſchaft gebe, da er ihn ja ſelber einmal wegen eines vermeint⸗ lichen Rauſches hart angelaſſen hatte. Aber die Auto⸗ rität des dürren Kammerdieners und die Güte des Stoffes brachten ihn zum Schweigen. So gut konnte geſtohlener Wein nicht ſchmecken. Heute zum erſten

Mal vergaß Vingris, zwiſchen den einzelnen Schlucken

zu zählen, und als er durch die anbrechende Dun⸗ kelheit genöthigt wurde, Licht anzuſtecken, war es ihm nicht möglich, mit dem angebrannten Streichholz die Kerze zu finden, ſodaß der Kammerdiener kichernd und über ſeine dürren Beinchen ſtrauchelnd dem langen Portier das Geſchäft abnahm und endlich die Beleuch⸗ tung der Loge zu Stande brachte.

Unter ſolchen Umſtänden war es Vingris gewiß nicht zu verargen, daß er ſogleich, nachdem er das Thor hinter dem letzten der im Hofe ſtehenden Wagen geſchloſſen hatte, ſein ſchlummertrunkenes Haupt auf das müde Ohr legte. Es war ein ſchöner Traum, den er träumte: die maikäferbraunen Rinder auf der gras⸗ grünen Pyramide, durch welche der Photograph ſeines Vaters die Herrlichkeit ſchweizeriſcher Natur verſinnlicht hatte, waren alle lebendig geworden und trugen die

Glocken am Schweife. Aber wunderbarer Weiſe waren

ſie alle lammfromm dabei und ſchienen ſich in der