Teil eines Werkes 
1. Band (1874)
Entstehung
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Allerdings. Was ſoll's mit ihm?

Die Reſ' reckte ſich im Gefühl ihrer Wichtigkeit hoch auf und ſagte bedeutſam:

Der Andreas Schnürlein iſt ſeit zwei Jahren todt; aber ich leb' noch, und ich bin ſeine Tochter.

Dieſe Worte beſtärkten den Baron wieder in dem Glauben, daß er es, wenn auch mit Fräulein Schnür⸗ lein, doch jedenfalls auch mit einer Geiſteskranken zu thun habe.

Nun, das iſt allerdings ſehr merkwürdig. Ich wünſche Ihnen alles mögliche Glück dazu!

Der Reſ' entging die ironiſche Freundlichkeit An⸗ gelo's nicht.

Sie können ſich Glück wünſchen, daß ich keine Schwätzerin bin! Nicht einmal dem Thomas hab' ich erzählt, daß ſein Herr am längſten Baron geweſen wär', wenn ich reden wollt'!

Umſonſt ſagte Angelo ſich, es ſei eine Verrückte, die er vor ſich habe. Reſ'ls Ausſehen und ihr be⸗ ſtimmtes Auftreten hatten nichts an ſich von der Un⸗ ſicherheit und Verſtörung, die Geiſteskranken gewöhnlich eigen iſt. Ihre ſchwarzen Augen blitzten und die vollen Lippen lächelten übermüthig.

Angelo konnte ſich eines unheimlichen Gefühls bei der ſeltſamen Drohung nicht erwehren. Dunkle, ungreif⸗