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ſein Entſchluß, ihn nach Amerika zu ſchicken, befeſtigte ſich immer mehr.
Faſt ärgerlich warf der Baron ein Geldſtück auf den Tiſch und machte Miene, ohne Antwort ſich zu entfernen. 3
Das war nun keineswegs nach dem Geſchmack der Reſ'l. Sie hatte ſich mit der ganzen Breite ihrer kräftigen Geſtalt vor die Lücke geſtellt, welche Bank und Tiſch dem Freiherrn als Ausweg ließen, ihre Augen funkelten unheimlich und die Lippen zogen ſich verächtlich herab.
„So! Die Reſ'l iſt Ihnen wohl zu ſchlecht für eine Antwort! So will ich Ihnen wenigſtens zum Ab⸗ ſchied ſagen, wie Sie net heißen thäten, wenn die Reſ'l den Mund aufthun wollt': Herr Baron von Tondern!“
„Dirne, Du wirſt unverſchämt!“ rief Angelo, aber er konnte ſich, ſo ſeltſam die Reden des Mädchens klangen, eines gewiſſen unheimlichen Schauers nicht erwehren.
Reſ'l beobachtete mit grauſamer Neugier die Wir⸗ kung ihrer dunklen Worte.
„Unverſchämt? Dirn' heißen S' mich? Ich brauch nur noch ein paar Wört! zu ſagen, ſo bitten S' mich
kniefällig um Verzeihung, Herr Baron!“ 15*
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