Teil eines Werkes 
1. Band (1874)
Entstehung
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an ihre Hüften zurückgekehrt. Ihr Geſicht, eben noch verlegen kokett, nahm einen faſt übermüthigen Aus⸗ druck an.

Sie ſind alſo der Angelo?

Der Baron wußte nicht recht, ob er über dieſe vertrauliche Benennung und die etwas deſpectirliche Haltung der Reſ' lachen oder ſich ärgern ſollte.

Allerdings iſt das mein Vorname, entgegnete

er trocken.

Reſ'l ließ ihre ſchwarzen Augen prüfend an dem eleganten Aeußern ihres Gegenüber herumwandern; dann neigte ſie ein paarmal nachdenklich den Kopf, als gebe ſie ſich auf ihre eigenen ſtummen Fragen Ant⸗ wort, und um ihre Lippen zuckte ein faſt ſpöttiſches, triumphirendes Lächeln.

Und wie heißen S'denn ſonſt noch? fragte ſie weiter, als ob ſie mit ihresgleichen rede.

Es erſchien Angelo höchſt ſonderbar von ſeinem Diener, daß er nur den Vornamen ſeines Herrn ge⸗ nannt haben ſolle. Auch entging ſeinem Scharfblick das veränderte Benehmen des Mädchens nicht, deſſen natürlichſte Erklärung zunächſt in den Auslaſſungen des Leibjägers über ſeinen Herrn zu ſuchen war.

Er fing an Thomas ernſtlich zu mißtrauen, und