205
Ulrich haſtig, indem er aufſtand, nickte Baptiſt freundlich zu und ging ins Nebenzimmer.
Als er wieder heraustrat, war der Diener ver⸗ ſchwunden. Dagegen verneigte ſich Stallmeiſter Nieder⸗ huber in voller Dienſtkleidung devot vor ihm.
Der Graf runzelte die Stirn. Der Mann war ihm nicht angenehm.
„Sie wünſchen?“ fragte der Oberſtſtallmeiſter nicht ohne Schärfe.
Angſt und Gehäſſigkeit ſchillerten auf dem Antlitz des Stallmeiſters durcheinander.
„Ich bin genöthigt, Eurer Excellenz den Rapport ſelbſt zu bringen, da der Bereiter Helmberg ſich in Zimmerarreſt befindet.“
Die Falten auf der Stirn des Grafen wurden dichter.
„Zimmerareſt? Und warum?“
Niederhuber krümmte ſich faſt unter der kalten Strenge im Antlitz ſeines Vorgeſetzten, an dem er nur eine ritterliche Gutmüthigkeit, gepaart mit raſch auf⸗
flackerndem und wieder verſchwindendem Zorn, kannte. Die Gehäſſigkeit blieb jedoch ſtärker als die Furcht. „s iſt mir zur Anzeige gekommen, daß der Be⸗ reiter Helmberg im Dienſte von dem ihm zugewieſenen Pferde ſtieg, daſſelbe an einen Gartenzaun band und


