Zehntes Kapitel
Geopfert.
Der Oberſtſtallmeiſter Graf Helmberg war be⸗ ſchäftigt, die Briefe zu öffnen, die ihm von Baptiſt, der endlich aufgeräumt hatte, auf einem ſilbernen Teller präſentirt worden waren. Er griff zuerſt nach dem leicht zuſammengefalteten Blatt, das obenauf lag.
Graf Tegernheim zeigte ihm darin in förmlichſter Weiſe die Verlobung ſeiner Tochter Erneſtine mit dem Freiherrn Angelo von Tondern an.
Mit vornüber gebeugtem Haupt und bleichem Ge⸗ ſicht ſaß Ulrich da und zerknitterte wie zerſtreut das Billet. Endlich ſtand er auf und trat ans Fenſter. Lange ſchaute er dort auf die Bäume des Parks, zwiſchen welche die Morgenſonne goldene Strahlen


