Teil eines Werkes 
1. Band (1874)
Entstehung
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Verwirrt von ſeiner eigenen Schwäche ſtand der Freiherr auf. Der König machte eine leichte grüßende Handbewegung— die Audienz war geſchloſſen.

Im Vorzimmer trat der Flügeladjutant von Bär erregt auf den alten Herrn zu und reichte ihm die Hand. Derſelbe ergriff ſie und drückte ſie warm. Die beiden Männer hatten ſich verſtanden.

Die Hoffnungen, welche der huldvolle Abſchied des Monarchen in dem Herzen des Freiherrn erregte, kämpf⸗ ten ſiegreich mit den düſtern Schatten, welche die De⸗ müthigung auf ſeinem Antlitz zurückgelaſſen. Es galt ja Weib und Kind und nicht nur ſeinen eigenen Stolz!

Dem Major war das nicht entgangen; es hatte ihn aber nur noch trauriger geſtimmt. Er kehrte an ſeinen Adjutantentiſch zurück und nahm dort ein Schrei⸗ ben in zierlichſter kalligraphiſcher Ausſtattung, welches

ſo eben eingelaufen war und worin der Graf Tegern⸗ heim ſeinem allerhöchſten Herrn allerunterthänigſt und gehorſamſt die Verlobung ſeiner Tochter Erneſtine mit dem Baron Angelo von Tondern anzeigte.

So fern jede Art von Intrigue auch dem geraden ehrlichen Sinn des Flügeladjutanten lag, ſo konnte er ſich doch keineswegs täuſchen über die Wirkung des

Schreibens, das er dienſtlich zu eröffnen und dem König 13*