Teil eines Werkes 
1. Band (1874)
Entstehung
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tes entſetzt wurde, da es erwieſen ſei, daß ſchon zu Lebzeiten ſeiner nunmehr verſtorbenen Ehefrau der Freiherr von Tondern mit der verwittweten Gräſin Helmberg ein ſträfliches Verhältniß unterhalten habe. Ein ſolches Verhältniß aber mache nach den Ge⸗ ſetzen der katholiſchen Kirche eine ſpätere Eheſchließung unmöglich und der trauende Prieſter habe daher gegen Amt und Gewiſſen gehandelt, als er die Einſegnung vorgenommen. Und mit einer Verbeugung und ehr⸗ furchtsleiſer Stimme las der Beamte am Schluß des Actenſtückes den Namen der höchſten Inſtanz, des regierenden Königs.

Der alte Freiherr war wie ein verwundeter Löwe zuſammengezuckt, als das königliche Reſcript die Chre der Frau vernichtete, die wortlos mit ſtolzer, reiner Stirn neben ihm ſtand und die Hand ihres Sohnes immer heftiger preßte. Dann hob der ritterliche Greis, ſeiner nicht mehr mächtig, die zitternde Rechte und

machte ein paar haſtige Schritte gegen den Mann,

der mit dem Commiſſar erſchienen war und der mit düſterem Lächeln und dem Blick eines Verdammten dem herzbrechenden Schauſpiel zuſah.

„Du biſt der Baſtard, Du!“ ſchrie der Freiherr. Kaum röthete ſich das gelblich blaſſe Antlitz des

ohne landesherrliche Erlaubniß vollzogen, ſeines Am⸗

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