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gardinen ihre bleiche Dämmerung ausgoſſen. Mit weit geöffneten Augen und gepreßtem Athem ſchaute er nach der Thür, in der Hans verſchwunden war. 4 Da ſchrak er heftig zuſammen— er hatte im Nebenzimmer den Aufſchrei einer weiblichen Stimme ’ gehört, die durch ſeinen ganzen Körper vibrirte. 8 Haſtig machte er einige Schritte gegen die Thür; da wurde dieſe aufgeriſſen— eine hohe, ſtreng in Schwarz gekleidete Frauengeſtalt ſtürzte mit geöffneten Armen auf ihn zu, und wie ein höchſter Wonne⸗ ſchrei aus der Tiefe eines umnachteten Herzens klang es:
„Ulrich, mein Kind!“
Ulrich hielt die ſchlanke Geſtalt der Mutter feſt umſchloſſen; ihr blaſſes, kaum gefurchtes Artlitz mit den feinen edlen Zügen ruhte an ſeiner Schulter; eine der nur wenig mit Grau gemiſchten Locken war aufgegangen und hing in Ringeln über ihre Schläfe herab. Das mächtige blaue Auge ſchloß ſich thränen⸗ 3 4 los; aber über die männlichen Wangen ihres Sohnes — floß langſam Thräne um Thräne nieder.
Endlich öffnete die Baronin die Augen und ſah ihren Sohn mit einem Blick an, in welchem die ganze zurückgedrängte Mutterliebe von zwanzig langen Jah⸗ ren leuchtete. 8
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