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zerſtreuen, indem ſie vor die Baronin hintrat und deren Bruder als den einzigen Schuldigen anklagte. Als ſie in den Stunden trüben Kummers, den ihr der neue Zuſtand verurſachte, einmal flüchtig an dieſen Ausweg dachte, verwarfen ihr Stolz und ihre Klugheit ihn zu gleicher Zeit. Sie vertheidigte ſich nicht gegen eine böſe Meinung, welche auf ſo lockerer Grundlage, auf einige Zufälligkeiten und Läſterungen hin entſtehen konnte, und es war nicht anzunehmen, daß die ihren Bruder vergötternde Schweſter an eine unerwiderte Neigung deſſelben glauben werde.
Der einzige ſichere Ausweg aus dieſem Labyrinth war die Entfernung aus dieſem Hauſe! Aber der Ge⸗ danke erſchreckte ſie— ſie hatte ja keine Heimat mehr, und wo ſie herzliche Aufnahme mit Recht erwarten konnte, harrte ihrer bei ihrer raſchen Zurückkunft nur Spott und Verachtung.
Oft gedachte ſie Werdenau's und ſeiner faſt pro⸗ phetiſchen Worte, aber ihre ganze Seele ſträubte ſich gegen den Gedanken, in dieſer Sache ſeine Hülfe zu begehren.
Trotz all des Bittern, das ſie in wenig Tagen er⸗ fahren, trotz der Furcht vor dem Demüthigenden, das ihr jede folgende Minute wieder bringen konnte, hatte Gertrud ein williges Ohr, einen ſanften Rath in den


