Teil eines Werkes 
1. Band (1875)
Entstehung
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alten Bekannten und dankte ihr in herzlicher Weiſe, daß ſie ſeine Familie bei einer Gelegenheit und in einer Nationaltracht vertrete, in welcher ſich ſeine Schweſter in jüngern Jahren nur höchſt unbehaglich befunden habe.

Und als ſie ſchüchtern und zurückhaltend ſeinen Arm beim Tanze duldete, fühlte ſie kaum die zarte Berührung und kein dreiſter Blick verletzte ſie. Dennoch hatte ſie die erſten Eindrücke nicht zu überwinden ver⸗ mocht und ihre Blicke wichen dem Auge des Grafen aus, ihre Antworten klangen gezwungen und förmlich.

Nachdem Ketlan mehrmals verſucht hatte, ihr wie⸗ der Zutrauen einzuflößen, ſchwieg er eine Weile, dann begann er mit faſt weichem Tone wieder:

Ich habe Sie beleidigt...

Das nicht, ſagte Gertrud offen,nur begreife ich nicht, welchen Werth für Sie die Unterhaltung mit mir haben kann, da Sie mein Geſchlecht im Allgemei⸗ nen ſo ſehr gering ſchätzen.

Betroffen blieb der Graf einen Augenblick die Ant⸗ wort ſchuldig. Dann ſagte er mit einem Verſuch zum Scherz, den er aber halbwegs aufgab:

Ich könnte Ihnen antworten, daß ich Sie eben für hoch über den andern Ihres Geſchlechts ſtehend anſehe; aber ich würde dadurch nur aufs neue Ihren