Teil eines Werkes 
1. Band (1875)
Entstehung
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ſcher die Situation im voraus, um nicht zwiſchen ſeine Pflicht und ſeine Rückſichten zu gerathen. Doch auch in Ungarn weiß man, was Soldatenehre fordert, und würde erniedrigende Zumuthungen auch dem Feinde nicht ſtellen. Das ſind Sie glücklicherweiſe nicht, meine Herren! fuhr die Baronin einlenkend fort;das ſollen Sie auch nicht werden, wie wir aufrichtig wün⸗ ſchen. Herr von Lorin iſt, wie Sie wiſſen, dem Kaiſer treu ergeben!

Das offene und gutmüthige Geſicht des Rittmeiſters

bewies, daß er von dieſer Antwort nicht befriedigt war.

Er ſchien einen ernſten Zweck damit zu verbinden, das er das Geſpräch wieder aufnahm.

Herr von Lorin beweiſt dadurch, daß er mehr als die meiſten ſeiner Landsleute die deutſche Culturarbeit in dieſem Lande zu ſchätzen weiß.

Eine lange Pauſe entſtand. Faſt drohend blickte die Baronin dem Rittmeiſter in das bleiche Geſicht. Da hörte ſie über ſich eine Stimme, kurz und ziſchend:

Sehen Sie hier eine Probe deutſcher Cultur⸗ arbeit!

Weit über ihre Verwandte gebeugt ſtand Jolanthe, und während die Flügel ihrer kleinen, breiten Vogel⸗ naſe vor Erregung zitterten, deutete ſie auf die Baronin. Dieſe ergriff ihre Hand und drückte ſie.