Teil eines Werkes 
1. Band (1875)
Entstehung
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Ort an den andern geſchoben werden konnte, lag die Baronin.

Ihre Geſtalt war groß und ſchlank, und trotz eines Alters von vierzig Jahren war ihr Geſicht noch von ernſter, imponirender Schönheit. Die gelblich blaſſe Farbe, die großen dunklen Augen und die verhaltene Leidenſchaft, die oft bei geringen Anläſſen glühend in ihre Wangen ſtieg und nur mühſam durch die Gewohn⸗ heit der Selbſtbeherrſchung und Würde zurückgedrängt zu werden ſchien, flößte auch denjenigen Intereſſe ein, welche nicht wußten, daß ſie einer Frau gegenüber ſtanden, welche unter der Anklage des Aufruhrs und Hochverraths Jahre lang in öſterreichiſchen Gefängniſſen zugebracht und dort ihre Geſundheit und zum Theil den Gebrauch ihrer Glieder eingebüßt hatte.

Wie eine geborene Fürſtin lag ſie da und hielt halb unbewußt die Hand Ilka's, welche, das jüngere, ſchlan⸗ kere und fröhlichere Ebenbild der Mutter, neben dieſer am Kopfende der Cauſeuſe ſtand.

Auf einem Stuhl, zu Füßen derſelben, ſaß die Ma⸗ jorin Durra, von Geburt eine Deutſch⸗Oeſterreicherin, ein freundliches, unbedeutendes Weſen, welche durch ein ſchüchternes Lächeln, wenn gelacht wurde, und in⸗ dem ſie dann und wann der Baronin das Kleid glatt ſtrich, ihren geſelligen Pflichten Genüge leiſtete.