Teil eines Werkes 
2. Band (1875)
Entstehung
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Jolanthe mir ſo viel von dem köſtlichen Leben, das mich an ſeiner Seite erwarte; und die Hochzeitsreiſe nach Paris hätte ich ſo gern gemacht!— Aber Serra⸗ vaglia habe ich eigentlich viel lieber!“

Als ſei das eigene Kind ihr fremd und unheimlich geworden durch dieſe Worte, ſo erſchreckt ſchaute die Baronin zu Ilka hernieder, die an die Heirath mit dem einen denken konnte, während ſie geſtand, den andern lieber zu haben. Mit bebender Stimme, aber ihres Zweckes bewußt, ſagte Giſela kurz:

„Serravaglia iſt todt, im Duell mit Kißnagy ge⸗ fallen— um Deinetwillen!“

Todtenbleich fuhr Ilka empor und ſtarrte der Ba⸗ ronin ins Geſicht. Dann verbarg ſie aufs neue ihr Haupt an der Schulter der Mutter und brach in lau⸗ tes Schluchzen aus.

Schweigend ließ dieſe ſie weinen, und wie auf eine Kranke, an welcher eben eine ſchmerzhafte, aber noth⸗ wendige Operation vollzogen worden, blickte ſie feuchten Auges auf ihre erſchütterte Tochter herab.

Da drangen wilde Rufe und das Geklirr von Waffen durch das Schloß; entſetzt ſtürzten Mädchen und Diener herein und riefen, daß die Ulanen mit Ge⸗ walt eingedrungen ſeien und die Auslieferung Kißnagy's forderten, der ihren Oberlieutenant umgebracht habe