Teil eines Werkes 
2. Band (1875)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

16

Jeder andere Menſch, fuhr die Baronin mit dem bitterſten Hohne fort,hätte jenes Licht am Fen⸗ ſter für ein verabredetes Zeichen gehalten. Auch mein Bruder ſcheint dieſer Anſicht geweſen zu ſein; denn er kam wenige Minuten ſpäter in Ihr Zimmer, unzwei⸗ felhaft, um Ihre Verzeihung anzuflehen für die Ihnen angethane Unbill? Nun, können Sie leugnen, daß Graf Ketlan bei Ihnen war?

Nein!

Iſt das ſchicklich?

Dieſe Frage bitte ich an Ihren Herrn Bruder zu richten.

Sie wollen es wohl auch der Discretion des Grafen überlaſſen, die übrigen Vorgänge in Ihrem Zimmer zu erklären?

Ich wenigſtens habe Ihnen nichts darüber mit⸗ zutheilen.

Sie rechnen auf den Edelmuth oder die Leicht⸗ gläubigkeit meines Bruders.

Nur auf ſeine Mannesehre.

Mein Fräulein! ſchnellte die Baronin empor, die ſich bei dem letzten Theil des Geſprächs gewaltſam zurückgehalten.Mein Fräulein, Sie ſind noch kecker, als Sie kokett ſind.

Gertrud's Körper zitterte fieberhaft. Mit leiſer