Teil eines Werkes 
2. Band (1875)
Entstehung
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Zeit mich hätte vorbereiten können, heute der Ueber⸗ zeugung nicht mehr verſchließen, daß Ihre Handlungen Ihren Worten nicht immer entſprechen, daß Ihre prätentiöſe Redlichkeit nicht ausreichend iſt für jene Pflichten des Anſtandes und weiblicher Zurückhaltung, welche ich in meinem Hauſe fordern muß.

Die Magnatin hielt erregt inne und wartete auf Antwort. Gertrud athmete ſehr kurz und raſch; ihre Züge erſchienen ungewöhnlich ſcharf und ihre Augen, mit denen ſie die Baronin anſtarrte, wurden immer größer. Aber ſie ſchwieg. Unwillig über dieſen Trotz fuhr die Baronin fort:

Ich habe es mit Schweigen übergangen, daß Sie die Annäherung der Offiziere nicht genügend in Schran⸗ ken halten, ja ſelbſt Ihre ſcheinbaren Verſuche dazu geſchehen in einer Weiſe, welche eher anzieht, als entfremdet. Ich beſchränke mich auf die Wahrneh⸗ mungen in meiner eigenen Familie. Nur Ihrem Ein⸗ fluſſe kann ich es zuſchreiben, daß Ilka, das beſte und offenſte Kind, ſich ihrer Mutter immer mehr entfrem⸗ det und ganz und gar ihre frühere Unbefangenheit verloren hat. Sie führen heimliche Geſpräche mit ihr,

deren Inhalt Sie nicht mittheilen können, wenn man Sie fragt, und welche meine Tochter zum Erröthen bringen. Was hatten Sie heute meiner Tochter zu ſa⸗