Teil eines Werkes 
2. Band (1875)
Entstehung
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niſſe ausgeführt hatte. Ihre ſchmerzenden Augen ſchauten wie gebannt auf den Namen und vor ihrem Geiſte ſtand wieder Wort für Wort, Bewegung für Bewegung die Scene von der Kirchweih. Ja, wie ein unheilvoller wandernder Stern war auch er gekommen, um ihr die neue Heimat unerträglich zu machen.

Der Glanz des Lichtes that ihr weh; es brach ſich in der geſchliffenen Glasglocke zu tauſend Pfeilen.

Um das zu grelle Licht und mit ihm die läſtige Vorſtellung los zu werden, ſtellte Gertrud es etwas abſeits an das Fenſter und einen Schirm davor. Dann träumte ſie mit geſchloſſenen Augen... von Heimatloſigkeit und raſtloſem Wandern, von einſamem Weinen und Verſtoßenſein von denen, die man liebte. Sie deckte die zarten Hände vor's Geſicht und ſie wur⸗ den feucht von den erlöſenden Thränen.

Da war es ihr, als höre ſie die Thür öffnen und Jemand eintreten. Raſch entfernte ſie die Hände vom Geſicht und ſprang mit einem leiſen Schrei em⸗ por. Das war kein Trugbild ihrer Einbildungskraft, das war Graf Ketlan ſelbſt, der in der halben Be⸗ leuchtung des Zimmers ſtand und ſie mit ſeinen fin⸗ ſter glühenden Augen anſah.

Gertrud wollte fliehen, aber Graf Ketlan trat raſch auf ſie zu und hielt ſie an den Händen feſt.

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