— 256—
„Fluch! Tauſendfaͤltiger Fluch auf ſie Alle!“ ſtoͤhnte Giovani..
„Und auch mein Vater hat mich betrogen! Weine nicht, weine nicht, mein Leben! ſprich, ſage mir, daß Du mich haſſeſt, daß Du mich verabſcheueſt!“
„Ich Dich haſſen?— Nimmermehr!“
„Und doch mußt Du, Bianca. Dieſen Brief— Thor, ſich ſo hintergehen zu laſſen— dieſer Brief trieb mich zur Verzweiflung. Bianca, ich hielt Dich fuͤr falſch, ich glaubte, Du habeſt Dich mit Alberti verbunden, und in meiner Verzweiflung ward— ward ich einer Andern Gatte!“
Bianca ſtieß einen durchdringenden Schrei aus, und fiel leblos in ſeine Arme.
In demſelben Augenblicke naͤherten ſich Fußtritte. Er legte ſeine ſchoͤne Buͤrde auf ein Lager und zog ſein Schwert, aber eine kurze Ueberlegung ſagte ihm, daß er, trotz des ihm geſpielten Betruges, ſeine Hand nicht gegen Bianca's Vater erheben koͤnne. Waren es Diener die herbei kamen, ſo durfte er ihnen noch we⸗ niger begegnen, um Bianca's Ruf nicht zu gefaͤhrden. Er beſchloß daher, ſich zu entfernen, druͤckte einen Kuß auf ihre kalten Lippen, und verließ ihr Gemach. Als er das Fenſter ſchloß, ſah er mehrere Dienerinnen her⸗ eintreten. Er zoͤgerte noch einen Augenblick und ſtieg ſodann den Balken herunter.


