„Nun ja,“ begann der Major ſeine Erzaͤhlung, „es war alſo zur Zeit, als ich Fähnrich geworden war und zum erſten Mal den Degen trug. Natürlich hielt ich mich mit ſolchem Schmucke an der Seite für un⸗ überwindlich und glaubte, der Sieg müſſe ſich an jeden meiner Schritte heften.“
„Der Sieg im Felde?“ ſchaltete eine luſtige Dame ein.
„Nicht im Felde allein, mein gnädiges Fräulein, auch an anderen Orten. Nun, ich will mich nicht zieren und es offen bekennen— ja, ich liebte, ſchon von meinen Knabenjahren an— lachen Sie nicht, meine Damen— mir war damals gar nicht lächer⸗ lich zu Muthe— ich liebte alſo dieſe eine Dame oder vielmehr dieſes eine Mädchen von meiner frühſten Jugend an—“
„Sie werden doch nicht immer eine und dieſelbe geliebt haben?“ warf eine ältere Dame leiſe zwei⸗ felnd ein.
„Immer dieſelbe, gnädige Frau, und das war eben mein Schickſal. Ich war nämlich damals ſo blöde, wie ich noch heute bin— ja, ja, lachen Sie nur— aber es iſt doch nur zu wahr! Meine kleine Angebetete nun war die Tochter meines Generals
und ich fühlte beinahe eine göttliche Verehrung für
21


