der Sohn des armen Gärtners in W... es nicht weit genug gebracht? War ich nicht der Freund und Gefährte eines reichen, großen Mannes, eines Fürſten⸗
ſohns und jetzt ſelbſt Fürſten geworden? Waren nicht
alle meine menſchlichen Bedürfniſſe weit über meine
Erwartung hinaus befriedigt? Konnte ich Größeres wünſchen, angenehmer leben, herzlicher geliebt und ge⸗
achtet ſein?„O nein!“ ſagte ich mir oft und doch
ſagte dazwiſchen wieder mein Herz:„O ja!“ denn
eben dieſes Herz war todt in mir, lag trocken und
verödet in meiner Bruſt; keine ſüßere Regung, kein
höheres Streben füllte meine Seele aus und ein Tag
verging wie der andere, ohne daß ich mir ſelbſt hätte
zulächeln und ſagen können:„Heute haſt Du einen
Fortſchritt im Leben gemacht, Du haſt ein Glück
empfunden, wie auch andere Menſchen es empfinden
und bedürfen, um ſich in ihrem irdiſchen Daſein wohl
und behaglich fühlen zu können.“
Alles dies fiel nach Ablauf jener ſchon erwähnten ſieben Jahre mit Centnerſchwere auf mein Herz, als ich mich plötzlich und unerwartet in Adersbach ver⸗ einſamt und gerade mit einer neuen größeren Arbeit beſchäftigt fand. Es war nämlich eines Tages ein Brief aus W... angekommen, der die Meldung brachte, daß der alte Fürſt daſelbſt ſchwer erkrankt


