Teil eines Werkes 
3. Theil (1861)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

dem Schönen zufügten, das Leidliche verbeſſerten und

das Unleidliche immer mehr und mehr aus dem Be⸗

reiche ſeiner Herrſchaft auszurotten ſtrebten. So wurden Wieſen entwäſſert, Wege verſchönert und angelegt, Wälder gehegt und gepflegt und in dem herrlichen alten Park ein Raſen gezogen, wie ihn bis dahin noch Niemand in Adersbach zu bewundern Gelegenheit gehabt hatte. Vor Allem aber wurde den Treibhäuſern, der Blumen⸗ und Obſtzucht eine große Sorgfalt gewidmet, und nie habe ich einen ſchöneren Blumenduft eingeſogen und eine herrlichere Farbenpracht geſehen, als in der Um⸗ gebung jenes Schloſſes, wo Flora und Pomona ihre Tempel errichtet zu haben und den ſtrebſamen Sterb⸗ lichen mit ihren göttlichen Gaben in reichſter Fülle ſich dankbar zu erweiſen ſchienen.

Arbeit alſo gab es in unſrer kleinen Colonie, wie Bruno einſt verheißen, genug, und fleißige Hände und Köpfe fanden hinreichend zu ſchaffen und zu weben, ſo daß Keiner ſich über Langeweile beklagen konnte oder ſeine Stunden in ſchläfriger Trägheit zu ver⸗ bringen Veranlaſſung fand.

Bei allen dieſen reichen und abwechſelnden Lebens⸗ genüſſen hatte der Fürſt nur mit einem Kummer zu kämpfen, dieſer aber war ſchmerzlich genug, um ihm manche ſüße Stunde zu verbittern und auch ihn fühlen