Teil eines Werkes 
3. Band (1876)
Entstehung
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ſtreichelte. Und obwohl meine Tante von Haus aus die nüchternſte Perſon war, fing ſie aus Eiferſucht zu trinken an und wenn Jemand, der ſie necken wollte ihr erzählte, der Onkel ſehe dieſe oder jene grade vor⸗ übergehende Frau gerne, ſtürzte ſie auf die Straße und faßte die Betreffende bei den Haaren. Meine Tante war die beſte Seele von der Welt, aber ihre Eiferſucht trieb mich fort. Meiſter Simon! Ich bin wahrhaftig nicht von Algier fortgegangen, um mich auch von Euch wie eine Matratze prügeln zu laſſen und einen Trunkenbold zum Mann zu bekommen. Nun wißt Ihr, wonach Ihr Euch zu richten habt und ich will Euch jetzt auch ſagen, daß der fremde Herr, der Euch ſo galant gegen die dumme Bäuerin gemacht hat, der Amoroſe meines Fräulein's iſt. Baſta! Verblüfft lauſchte Simon dieſer kräftigen Stand⸗ rede, aber er hatte keine Gelegenheit, zu antworten, denn dicht vor ſeiner Bude hatte ſich mit echt italieni⸗ ſcher Unbefangenheit ein alter Barde aufgepflanzt deſſen Geſicht und Kleider von verſunkner Pracht er⸗ zählten, mehr noch als der heulende Pathos ſeiner Recitative, die er mit zahnloſem Munde vortrug und am Schluß jeder Zeile mit einem Schlag des Trian⸗. gels begleitete. Sofort hatte ſich ein Kreis von Zu⸗ hörern gebildet; während die Bauern andächtig zu⸗