25
8
das Meer im Norden meiner Heimath, und das Wilde und Großartige wirkte vielleicht in ſeinen Stür⸗ nen doppelt anziehend, angeſichts des ewig blauen Himmels, und der faſt immer ruhigen Flut. Jahre⸗ lang lebte ich ein ungetrübtes, ſorgenfreies Leben. Tags malte ich meine Stürme, und Abends ſchaukelte ich mich im Kahne auf den gelben Fluten der Tiber, oder ſtreifte umher auf den Bergen, und zwiſchen den herrlichen Trümmer⸗Reſten von Roms großer Ver⸗ gangenheit. Ich hatte nicht viele Freunde geſucht; mein fremdartiges Weſen, meine Ruhe, die ſie hollän⸗ diſches Pflegma nannten, ermüdete ſie, und um ſo heftiger wurden ſie erſchreckt und ſaſt an mir irre, wenn einmal die Leidenſchaftlichkeit aus meinem In⸗ nern hervorbrach, wie die plötzlichen Stürme hier auf Eurem ſchönen See. Ich brauchte keine Freunde; die Liebe zur Natur und meine Kunſt füllten meine Zeit aus— und ich war glücklich, bis ich die Liebe zum Weibe kennen lernte. Da erſt ward ich der Tempeſta, den man in mir ſchaute, und ich fand keine Ruhe mehr, ehe ich das Weib gewann, das es mir an⸗ gethan.“
„Eigentlich war ſie ein Kind, und ſie iſt es ge⸗ blieben, bis zu ihrem letzten Augenblicke.“
Tempeſta ſchwieg und ſtarrte düſter vor ſich hin;


