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„Die Ingleſi haben ihn verhext mit ihrem Malen, wie meine arme Schweſter. Schon der erſte von die⸗ ſen blonden Teufeln, der in unſer Thal gekommen iſt, hat die arme Nanetta gemalt, und ſeit der Zeit iſt ſie um den Verſtand gekommen und hat nicht mehr ge⸗ lacht und gegeſſen, und wie wir ihr das Bild ver⸗ brannt haben, um die Hexerei zu zerſtören, iſt ſie bei der Nacht fort und wir haben nie wieder von ihr gehört. Der Zauber war ihr ſchon im Blut. Wenn wir das Bild eine Viertelſtunde früher verbrannt hätten, ſagte der Meßner, ſo wär ihr geholfen geweſen.“
Und eingedenk dieſer Lehre ſchlich der Quirin leiſe neben den ſchluchzenden Pietro und nahm unbe⸗ merkt das Bild und trug es in die Küche, wo er es in's Feuer ſteckte.
Als er wieder in's Zimmer trat, ſaß Roſa neben Pietro, das Haupt an ſeiner Schulter, und weinte mit ihm. Unſicher taſtete Pietro nach ihren Händen und richtetete die trüben Augen Vergebung flehend auf ſie:
„Ich möchte mit Euch nach Auſtralien gehen, wenn Ihr mich noch wollt!“
„Evviva!“ brüllte Quirin, daß die Beiden er⸗
ſchreckt auffuhren.„Eyviva! Das Verbrennen hat
geholfen. Die Hexerei war noch nicht im Blut.“
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