Teil eines Werkes 
2. Band (1876)
Entstehung
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Ihr ſeid drollig, guter Freund! ſagte Madame Medard etwas betroffen ob der einfachen Antwort. Glaubt Ihr etwa, daß ich Euch die Anweſenheit der Marcheſa vorenthalten will, um ſelbſt Euer unwider⸗ ſtehliches Antlitz zu malen? Je m'en moque! Ich wiederhole Euch, die Marcheſa iſt nach Florenz zu ihrem Gatten gereiſt und läßt Euch grüßen. Da Ihr ſo unhöflich ſeid, das Geſchenk der Gräfin zu ver⸗ ſchmähen, ſo werde ich es im Bureau des Hotels deponiren, bis Ihr es abholt. Und damit wandte Madame Medard dem Bauern den Rücken.

Aber dieſer erhielt ſofort wieder Geſellſchaft in Geſtalt des Engländers, welcher das angefangene Bild kaufen wollte. Derſelbe hatte ſich ihm mit britiſcher Unbefangenheit genähert, als ob er die Aehnlichkeit des Portraits prüfen wolle. Pietro erkannte ſein Bild und riß es dem Alten aus der Hand, deſſen Kinn⸗ laden noch vor Erſtaunen zitterten, als Pietro mit ſeinem Raube ſtolzen Schrittes, aber bleich wie ein Todter, den Garten verlaſſen hatte.*

Er war kaum auf der Straße angelangt, als ein halb Dutzend Kellner, angeführt von dem wüthenden Direttore, ihm nachſtürzten, um ihm das Bild wieder abzunehmen.

Da erhielt Pietro eine ganz unerwartete Unter⸗