Teil eines Werkes 
2. Band (1876)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

23

ſig und kurzſichtig, und Miß Pope weniger„wellbred“ ſein würde, und nicht jede dritte Aeußerung ihrer Freun⸗

din„shocking“ fände, wenn jede von ihnen die Gat⸗

tin eines Gentlemans geworden wäre, meinetwegen ſo lang oder ſo kurz, als er für die reſpektive Länge oder Kürze unſerer beiden Beſchützerinnen angemeſſen

wäre.

Siehſt Du, in dieſer Anſicht beſtärkt mich auch noch die Tradition, daß Onkelchen ein ganz freund⸗ licher, umgänglicher und lebensluſtiger Herr geweſen ſein ſoll, ſo lange die gute Tante lebte.— Gewiß iſt es das größte Unglück, das Mutter und mich je be⸗ troffen, daß mein Vater ſtarb; aber dennoch bleibt die Erinnerung an jene kurze Ehe der Strahlenherd, von dem aus Mama'chens ganzes weiteres Leben ſein einziges Licht erhält. Ich glaube, daß es nicht gut iſt, wenn das Leben ohne einen ſolchen Mittelpunkt bleibt...

Glaube nicht, daß ich dabei an mich denke!— Meine„Gemüthskälte“, meine„Schroffheit“ weiſen mir ja naturgemäß eine Ausnahmeſtellung an. Mich könnte nur einer verſtehen, der ebenſo ſchroff und kalt wäre, wie ich, und der erſt recht nicht— jedenfalls möchte ich ihn nicht.— Du ſiehſt alſo, daß ich über derlei Dinge um ſo vorurtheilsloſer nach⸗