warm der Sonnenſchein.. Wenn man die letzte braune, glänzend lackirte Thüre mit dem blankgeputzten Meſſingdrücker öffnet, tritt man in den lauſchigſten traulichſten Raum, den man ſich nur denken kann. Er hat nichts von der gemüthloſen ſteifen verſchloſ⸗ ſenen Eleganz, wie ältere Damen ſie oft lieben— man glaubt in ein Abſteigequartier Aurora's gekom⸗ men zu ſein, ſo roſig iſt das Licht, das einem entge⸗ genfluthet. Alles iſt roth: die Wände, Sopha, Stühle, Tiſchdecke ſind roth gemuſtert, ſogar die Gardinen und Bettdecken haben rothe Streifen, und in einer altmo⸗
diſchen Ampel von Goldperlen ſitzt ein großer rother
Vogel, und ſieht einen mit den runden Glasaugen wie verwundert an. Die. Fenſter liegen in tiefen, ge⸗ täfelten Niſchen, und der alte Schrank, der früher ſicher einmal braun war, ſchimmerte bereits ſtark in's röthliche... Man nimmt ja ſo leicht die Gewohn⸗ heiten ſeiner täglichen Umgebung an!— Auch iſt noch ein Ofen im Zimmer, der würdig ſeine Ecke ausfüllt, wie der Patriarch unter den übrigen Geräthen. Schnee⸗ weiß und anſcheinend unzugänglich hebt er ſeine zier⸗ liche Vaſe bis an die Decke und macht ganz den Ein⸗ druck, als übernähme er im Bewußtſein ſeiner Fähig⸗ keiten allein die Verantwortung für Behaglichkeit auch im eiſigſten Winter.
v. Schlägel, Deutſch und Wälſch. II.
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