Teil eines Werkes 
1. Band (1876)
Entstehung
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Roger erhob den Arm ein Druck an einer ver⸗

borgenen Feder und lautlos rollte der Vorhang nach beiden Seiten auseinander.

Langſam hob Roſe die Augen; aber einen Schrei ausſtoßend verhüllte ſie ihr Geſicht mit den Händen. Aus dem Spiegel über dem Camin hatte ihr das eigene bleiche, angſtvolle Geſicht entgegen geſchaut.

Roſe! flüſterte Roger und bemühte ſich, ihre Hände herab zu ziehen,vergeben Sie mir die Täuſchung! Ich fühlte, daß ich Sie liebte, ſeit ich Sie damals aus meinen Armen ließ; als Sie mir ſagten, daß Sie unſer Land verlaſſen würden, war mir, als würde ich eine Trennung von Ihnen nicht mehr ertragen können! Sie waren ſo kalt und fremd geworden, Roſe, und ich hatte doch ſo feſt gehofft, Sie könnten mir auch ein wenig gut ſein ich mußte mir Ge⸗ wißheit verſchaffen um jeden Preis können Sie mir darum zürnen, Roſe?...

Das junge Mädchen ließ die Hände ſinken und

ſah Roger an: Sie kennen kaum meinen Namen, ſagte ſt bebend,wie können Sie ſagen, daß Sie mich lieben? Ich ſah Sie einen langen, inhaltreichen Tag und horchte ihren Worten in der Nacht, als außer uns