Teil eines Werkes 
1. Band (1876)
Entstehung
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im Burggraben, und vorwärts ſchreitend wie auf ebenem Boden trug der Schloßherr ſeine Laſt durch das unter ſeinen Schritten rauſchende Waſſer.

Roſe mußte doch ſchwerer ſein, wie er gedacht, denn ſein Geſicht, das dem ihren ſo nahe war, glühte; ſein Athem flog, und immer kürzer und langſamer wurden ſeine Schritte. Er hielt ſie feſt an ſich ge⸗ drückt und ſie fühlte ſeine braunen Locken an ihre heiße Wange ſtreifen.

Alles war lautlos rings sum; Felder und Wein: gärten lagen verödet, denn die Näſſe des Bodens er⸗ laubte keine Feldarbeit.

Endlich war das Waſſer ganz ſeicht, der Fremde betrat feſteren Boden, und nach wenig weiteren Schritten ſtand er am Fuße der Anhöhe, von welcher Roſe mit dem Onkel geſtern herabgeſtiegen war.

Zögernd ließ der Schloßherr das junge Mädchen auf den Boden gleiten, und mit leiſen, ſchüchternen Worten dankte ſie ihm. Er hielt ihre Hand und wollte ſprechen, da rief Roſe ängſtlich:

Wo iſt der Onkel? ich ſehe ihn nicht!

In ihre eigenen Gedanken vertieft, hatten Beide den Schrei nicht vernommen, der hinter ihnen aus⸗ geſtoßen ward jetzt ſahen ſie den alten Herrn weit hinten im Sumpfe bis an die Bruſt im Waſſer ſtehen,