Teil eines Werkes 
1. Band (1876)
Entstehung
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Nach kurzem Nachdenken ſah ſie auch ſelber ein, daß es am beſten ſei, ſich zu fügen. Sie konnte un⸗ möglich noch tagelang in dieſer Einöde wartend zu⸗ bringen, und kannte den Onkel genügend, um zu wiſſen, daß er ſie nöthigenfalls allein zurücklaſſen würde. Das durfte unter keinen Umſtänden geſchehen. Erröthend ſenkte ſie den Kopf, als ſie flüſterte:

Ich fürchte, die Laſt wird für Sie zu ſchwer fein...

Glauben Sie, daß die Steine geſtern Abend leichter waren? ſcherzte der Schloßherr.

Der Botaniker, der plötzlich ſeine Ungeduld, fort⸗ zukommen, nicht mehr zügeln konnte, war eilig in den Thurm zurückgekehrt, um ſeine Pflanzen einzupacken. Als er, beladen mit Botaniſirkapſel und Zeichenmappe, wieder unter dem Thorbogen erſchien, ſtand Roſe auf dem flachen Steine, und der Schloßherr bat ſie in ſeltſam zitterndem Tone, ihre Arme recht feſt um ſeinen Hals zu legen.

Erröthend gehorchte ſie. Er ſchlang beide Arme um ihre ſchlanke Geſtalt und hob ſie anſcheinend ohne große Anſtrengung vom Boden empor. Dann ſchritt er vorſichtig den Erdwall hinab, der die Trümmer trug. Ohne Zögern fand ſein Fuß die flachen Steine