Teil eines Werkes 
1. Band (1876)
Entstehung
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ſelbe Weg zwölf Fuß hoch über dem Boden

lag.“

Aufmerkſam hatte Robert den Worten der Dame gelauſcht. Ihr Geſichtsausdruck war ungemein leb⸗ haft geworden und das große graue Auge blickte ſelbſtbewußt und ſtolz.

„Eine ſolche geiſtige Disciplin iſt in der That bewundernswerth.“

„Sie ſind ſehr gütig, mein Herr. Das Bedürf⸗ niß zu denken macht ſich nur zu bald fühlbar, wenn man die Geſellſchaft hinter ſich gelaſſen hat, und ihre oft verſtandenen Redensarten nicht mehr hört, die meiſtens prüfungslos hingenommen, trotzdem aber ſtreng geglaubt werden—— mit einem Wort: wenn man ganz allein iſt.“

„Sie lieben alſo die Einſamkeit?“

„Ja ſehr!“ ſagte die junge Dame überzeugungs⸗ innig, und ſchlug mit einem großen Blick die Augen auf.„Die Einſamkeit macht klüger und beſſer. So oft ich unter Menſchen komme, ſtaune ich anfangs ob all der geringfügigen, ja häßlichen Dinge, welche den Inhalt von ſo Vieler Leben ausmachen; aber nach kurzer Zeit iſt mir, als fühlte ich meine eigenen

Pulſe erlahmen— als ſpräche und dächte ich ge⸗

nau wie alle andern; ſo daß die eigenen Worte mir v. Schlägel, Deutſchrund Wälſch. I. 3