208 Die Lady triumphirte; ſie wähnte ſich bereits von dem gleißneriſchen Manne befreit, über deſſen ver⸗ worfene und perfide Pläne ſie ſich keinen Augenblick einer Täuſchung überlaſſen hatte. Sie war am Morgen in der Kirche geweſen, als
Davis die alle Hoffnungen der Rebellen niederſchmet⸗
ternde Depeſche empfangen, ſie hatte am Nachmittage einen Gang durch die Stadt gemacht und ſich über⸗ zeugt, daß die Behörden und Notablen der Confödera⸗ tion nur darauf bedacht ſeien, ihr Heil hinfort in der Jlucht zu ſuchen.
Und jetzt befand ſie ſich in ihrem Arbeitszimmer, das wir kennen, erregt, in höchſter Spannung der näch⸗ ſten Zukunft entgegenſehend, ungeduldig, zu erfahren, was in der Stadt unter den von paniſchem Schrecken erfaßten Südern vorgehe, und doch entſchloſſen, die Wohnung nicht eher zu verlaſſen, als bis ſich jene geflüchtet haben mußten, in deren Kreiſen ſie ſeit Mo⸗ naten heimiſch geweſen.
Ein dumpfes Geräuſch tönte von der Straße her⸗ auf, das tumultuariſche Durcheinander verkündend, wel⸗ ches ſich von Gaſſe zu Gaſſe ſchon ſeit Stunden durch die ganze Stadt wälzte.
Plötzlich ward die Hausglocke heftig geläutet.
Die Negerin ſtürzte in das Gemach.
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