„Dieſer für Sie, der andere für mich!“ ſagte der Major nach flüchtiger Muſterung der Adreſſen und reichte dem Hauptmann eins der Schreiben.
Der jugendliche Begleiter Erlenbach's, ein ſchöner, blaſſer Mann von etwa dreiundzwanzig Jahren, langte mit vor Aufregung zitternder Hand nach dem Briefe, und als er die Aufſchrift ſah, da erröthete er tief und ſteckte das Schreiben haſtig ein.
Der Major, ſchon im Begriff, ſeinen Brief zu er⸗ brechen, legte eine Hand auf den Arm ſeines Gefährten⸗
„Was heißt das, Osmond?“ ſagte er.„Wollen Sie nicht auf der Stelle leſen, was man Ihnen ſchreibt? Seit unſerm Abmarſche von Chattanooga war ein Poſt⸗ felleiſen für uns ein unerreichbares Eldorado! Weiß Gott, Sie ſollten doch auf Nachrichten von daheim ſo neugierig ſein wie ich! Oder führen Sie wohl gar“, fügte er lächelnd hinzu,„eine geheime Correſpondenz, die Ihnen die Vorſicht auferlegt, Ihre Briefe nicht im Beiſein Anderer und nur hinter verſchloſſener Thür zu leſen?“
Hauptmann Osmond erröthete noch lebhafter als zuvor. Er ſtotterte einige unverſtändliche Worte, griff dann nach ſeinem Briefe, löſte haſtig das Siegel und las.
Der Major richtete einen flüchtigen, aber forſchen⸗
den Blick auf den jungen Mann, lehnte ſich ſodann an
—


