Teil eines Werkes 
3. Band (1869)
Entstehung
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Lucy fühlte ſich gedrängt, nach ihren früher ge⸗ machten Erfahrungen ſolche Hoffnung anzuzweifeln, und doch— woher die Mäßigung Edmund's, wenn er nicht einige Reue über das Geſchehene empfand? Gaunt, der lauernde Aufſtachler, konnte ihm unmöglich Be⸗ ſonnenheit gepredigt haben, deſſen war ſie gewiß, und ſie wußte ebenſo wohl, daß Crawford keines Mannes Rede achtete, wenn er in blinder Leidenſchaftlichkeit einem Wahne folgte.

„So hat alſo doch wohl ſeine Liebe zu mir den Sieg davongetragen!“ ſagte ſie ſich.

Und dennoch gewahrte ſie auch nicht ein Fünkchen von jener Liebe in ſeinen Augen, deren kalter Blick dem ihrigen auszuweichen ſchien.

„Sein grenzenloſer Stolz hält ihn davon ab, mir ein Zeichen der Verſöhnung zu geben!“ flüſterte es in ihr.„That er nicht mehr als ſonſt, indem er meine Befehle nicht kreuzte und die armen Schwarzen nicht dem Kerker überlieferte? Oder ſollte meine Drohung ihn zur Beſinnung gebracht haben? Aber was iſt für Edmund eine Drohung! Darf ich nicht noch einmal an ein beſſeres Gefühl in ihm glauben?“

Lucy war alſo mehr verſöhnlich als herbe geſtimmt. Vielleicht hätte ſie, wäre Gaunt von der Seite ihres Gatten gewichen, in heftiger Aufwallung plötzlich