10
dennoch vor Begier, die Neuigkeit vom Kriegsſchauplatze zu erfahren, welche zweifellos den Oberſten in eine furchtbar gereizte Stimmung verſetzt hatte.
Lucy beſaß jedoch im Momente weniger Selbſtbe⸗ herrſchung.
Wenngleich ſie, ſo gut es gehen mochte, beim Er⸗ ſcheinen ihres Gatten eine unbefangene Miene erheuchelt hatte, zitterte doch noch ihr Herz von dem durch das Geſpräch mit Arnau empfangenen mächtigen Eindrucke.
Und unter der Nachwirkung dieſes Erregtſeins ließ ſie ein unbedachtſames Wort fallen.
„Lee iſt geſchlagen! Mein Gott!“ rief ſie halblaut und haſtig, indem ſie die Hände faltete.
Dieſe unwillkürliche Bewegung, das beinahe wie ein freudiger Ausruf den bebenden Lippen voreilig ent⸗ 4 flohene„Mein Gott!“ und der vielſagende Blick, welcher zu dem jungen Militärarzte der Union hinübergeflackert
war, galten dem Oberſten gleich ebenſo vielen Heraus⸗ forderungen. 4
Er wechſelte die Farbe und ſtarrte Lucy an. 1
„Madame“, ſagte er, jede Silbe ſcharf betonend, „vergeſſen Sie nicht, daß Sie die Gattin Edmund Crawford's ſind! Mäßigen Sie den Ausdruck einer Sympathie, die hier zu äußern mindeſtens unpaſſend erſcheint!“
1
—
—


