Teil eines Werkes 
2. Band (1869)
Entstehung
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Der junge Arzt gab ſich einige Augenblicke einem ernſten Nachſinnen hin.

Er fühlte, Lucy's überreizten Zuſtand erwägend, ſich nicht berufen, auf ihre Argumente weiter einzu⸗ gehen, wiewohl er ſie ſchlagend mit eiſerner Logik und vom Standpunkte eines höhern ſittlichen Princips aus hätte entkräften können. Aber ſollte er dieſes anmuthige Weſen noch elender machen, als es ſich ohnehin ſchon fühlte, Lucy noch mehr ihres innern Halts berauben?

Er hatte längſt gewahrt, daß die ehedem ſo ſanfte, ruhige, mit klarem Verſtande begabte Dame die Sicher⸗ heit ihres Naturells eingebüßt habe, daß ſie mit bei⸗ nahe fieberhafter Aengſtlichkeit bemüht ſei, ſich ſelber über ihre Empfindungen zu täuſchen, um vor dem Richterſtuhle ihres eigenen Urtheils, ihres Gewiſſens mit ihren von den Verhältniſſen angekränkelten Grund⸗ ſätzen zu beſtehen. Er ſah ein, daß die Stärke eine Frau in ihrem Herzen liege und, wo dieſes rede, die Energie des Wollens und Entſcheidens ſich in Zer⸗ fahrenheit verliere.

Und nun er einige Momente nachgedacht, wandte er ſich an die Gattin Crawford's.

Lucy, ſagte er, indem er die Baluſtrade des

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Luſthäuschens verließ und einen Schritt näher trat,