Teil eines Werkes 
2. Band (1869)
Entstehung
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in dieſem Augenblicke, ob Sie mich bemitleiden oder verachten ſollen!

Ich Sie verachten, Lucy? Ich ſtelle Sie um ſo höher, je mehr ich die Troſtloſigkeit begreife, die Ihr Gemüth durchzuckt. Ich anerkenne die bindende Macht der Pflicht und Neigung, falls dieſe nicht eine unheilvolle Herrſchaft über das eigene Selbſtgefühl auszuüben im Stande ſind, und in Ihrem Herzen werden nie die edlen Grundſätze erlöſchen, welche Ihr reiner Sinn mit Flammenſchrift dort eingegraben hat. Ich kann Sie nicht um eines Irrthums willen ver⸗ dammen, der auf edlen Motiven beruhte!

Aber Sie verdammen die Schwäche, wie Sie das nennen mögen, was mich an dieſen Boden feſſelt, trotz⸗ dem ich mir jenes Irrthums in troſtloſer Weiſe be⸗ wußt geworden bin. Sagen Sie es offen heraus, Sie finden es charaktervoller, einer Tochter des Nordens würdiger, mit Verhältniſſen zu brechen, die einen un⸗ natürlichen, einen unverſöhnlichen Conflict in der Seele heraufbeſchworen haben, ſtatt darin tief gebeugt, in ſtummem Weh fortzuvegetiren. Vergeſſen Sie nicht, Albert, daß ich den Mann noch immer liebe, deſſen ſeceſſioniſtiſches Glaubensbekenntniß ich verwerfen muß, und daß die düſtern Motive, welche ihn leiten und auf die Seite einer fanatiſchen Partei ſtellen, nicht das