wer ſoll es wagen, einen unwürdigen Verdacht auf Diejenige von uns zu ſchleudern, welche ſich uneigen⸗ nützig dem Vaterlande weiht, und auch im Lager der Feinde eher zu ſterben wiſſen würde, als daß ſie zu Mitteln griffe, vor denen ſie erröthen müßte? Eine Judith wird keine von uns ſein wollen; als eine Jeanne d'Arc in die Reihen der Krieger zu treten, könnte zu nichts frommen, denn die Zeiten des Aberglaubens be⸗ ſtehen nicht mehr. Aber für die Freiheit, die gerechte Sache unſerer Nation als Märtyrin einzuſtehen, ſelbſt auf die Gefahr hin, von der Menge für alle Zeit ver⸗ kannt zu werden, wer von Euch könnte ſich weigern, dies zu thun? Ich gewiß nicht, und Ihr wißt, wie ich von Mädchenwürde denke. Ich, die ich Euch den Vorſchlag mache, ich ſelber biete mich an, doch will ich Euch nicht vorgreifen, denn mich leitet nicht der blinde Fanatismus des Ehrgeizes. Wer von Euch ſich berufen fühlt zu wagen, was ich zu wagen bereit bin, möge ſich melden, dann laßt uns entſcheiden, welche aus unſerer Mitte am würdigſten iſt, der Union zu dienen!“
Alice ſchwieg einen Augenblick, Richard und Agnes verharrten lautlos, die ſchöne Sprecherin bewundernd.
„Und wie ward der Vorſchlag aufgenommen?“ rief
Lovett lebhaft nach kurzer Pauſe.
„Mit allgemeinem Jubel“, fuhr Alice fort, deren


