Teil eines Werkes 
2. Theil (1863)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

228

Nur weniger Worte bedarf es, dieſe Erzählung abzuſchließen.

Drei Monate nach der ſchauerlichen Scene im Pa⸗ villon verurtheilte der Gerichtshof der Reſidenz die Frau Thereſe Brandt, deren Ehe mit dem ermordeten Grafen Hohenfeld für ungültig erklärt worden war, zu zwanzig Jahren Zuchthaus.

Ihr rechtmäßiger Gatte ward ſchon früher nach dem Strafhauſe transportirt, dem er vor zehn Jahren entſprungen.

Das Teſtament des Grafen ward durch dieſe Wen⸗ dung der Dinge natürlich umgeſtoßen, Karl und Agnes traten in den ungeſchmälerten Beſitz des Nachlaſſes, und ſetzten großmüthig dem nun unehelichen Kinde der Ver⸗ brecherin eine Summe aus.

Dieſes Kind aber raffte ſchon im folgenden Jahre eine Krankheit hin.

Bülow warb um Angnes, und nicht vergebens, wie ſich denken läßt. Er erhielt Schloß Heiligenbrunn als Mitgabe. Er iſt glücklich, er hat den Schwerpunkt ſeines Lebens gefunden.

Karl verbringt den größten Theil des Jahres bei ihnen, und ſetzt, im Verein mit Bülow, ſeine land⸗ 4 wirthſchaftlichen Reformen in's Werk. Er wird ſich nie vermählen.