207
Bülow ſprang vom Bette auf. Er ſah ſeine Klei⸗ der auf einem Seſſel neben dem Tiſche liegen und ſtürzte dorthin, das Antlitz von Angſt verzerrt.
„Er phantaſiert!“ ſchrie die Magd händeringend und drängte ſich in einen Winkel des Zimmers.
Der Burſche aber warf ſich auf den armen Bülow. Größer und ſtärker als dieſer, packte er ihn mit aller Kraft und ſchleuderte ihn auf das Lager zurück.
„Sie müſſen in's Bett,“ rief er,„der Doktor und der Meiſter wollen's ſo haben! Sie müſſen Medizin nehmen, auf der Stelle!“
Und der handfeſte Burſche hielt den keuchenden jungen Mann nieder, der ſich wand und krümmte und zur Wehre ſetzte.
„Laß mich los!“ heulte Bülow.„Im Pavillon des Grafen Hohenfeld ſoll ein Mord begangen werden —Spielleicht iſt's noch Zeit, ihn zu verhindern, wenigſtens
den jungen Grafen zu retten: Laß mich— o mein
Gott—!“
„Er raſ't, er ſpricht verrücktes Zeug!“ ſchrie der Burſche.„Er will fort, aber er ſoll mir nicht ent⸗
kommen!“
4„Ich bin bei Sinnen, ich phantaſiere nicht!“ ſchrie Bülow dagegen.„Laß mich los! Ein ſchreckliches Un⸗ glück geſchieht, wenn ich nicht auf der Stelle von hier fortkomme!“


