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Ich werde jetzt die halbe Nacht am Krankenbette des Grafen zubringen, dann kann ich mich morgen in der Frühe erſchöpft und leidend ſtellen. Bei der Teſtamentsverhand⸗ lung, die am Vormittage und hier im Pavillon abgethan wird, habe ich die beſte Gelegenheit, mich tief erſchüttert zu zeigen, ich kann, ſo wie alles Schriftliche in's Reine gebracht iſt, eine Ohnmacht fingiren, und man wird meinen Zuſtand ganz erklärlich finden, ihn den Nachtwachen, der Sorge um meinen Mann, der Aufregung während der Teſtamentsverhandlung, dem Schmerze zuſchreiben. Als⸗ dann werde ich mich am Nachmittage vom Krankenbette meines Mannes hieher zurückziehen, mich niederlegen und den Arzt rufen laſſen, daß er mir irgend etwas verordne. Man wird von mir glauben, ich ſei unfähig, das Bett zu verlaſſen. Du bleibſt indeſſen um den Grafen, und gibſt ihm eines ſeiner Opiumpulver, aber erſt gegen Abend, kurz bevor Du nach der Stadt zum Grafen Karl fährſt. Der alte Herr wird dann jedenfalls zu der Zeit ſchlafen, wo der Diener Deine Stelle am Bette des Grafen einnehmen muß. In der Dämmerungsſtunde werde ich ſodann die Zofe, welche mich hier bedient, zu dem Diener hinunterſchicken, und ihn unter einem Vorwande nach der Villa ſenden, wo er, da der ſchlafende Herr ſeiner ohnehin nicht bedürfe, bis zur Ankunft des Grafen Karl bleiben ſolle. Die Zofe dann auf ein Viertelſtündchen aus dem Pavillon zu entfernen, wird eine Kleinigkeit ſein.


