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Eine eigenthümliche Empfindung überrieſelte Bü⸗ low. Sie benahm ihm ſekundenlang faſt den Athem. „Das trifft ſich herrlich!“ ſagte er ſich,„die Gräſin und der Graf ſind ohne Zweifel vom Lande herein⸗ gekommen, vielleicht hat ſie die ſchöne Comteſſe be⸗ gleitet. Das iſt ein guter Anfang!“ Bülow wandte ſich an einen reich gallonirten Portier, einen vierſchrötigen, dickbäuchigen Geſellen, der, ſeinen verſilberten Stab in der Rechten, im Gefühl ſeiner Würde an der Thür, welche zur Haupttreppe des Palais führte, ſich großmächtig ſpreizte. 5 Als dieſes von ſeiner unendlichen Wichtigkeit über⸗ zeugte Weſen den jungen Mann gewahrte und ſah, daß er zu Fuß gekommen ſei, da blähte er ſeine rothen, ſcwammigen Wangen auf und richtete einen hochmüthigen Blick auf den Nähertretenden. Er mochte aber doch nach flüchtiger Muſterung desſelben aus der zuverſichtlichen und zugleich ariſtokratiſchen Haltung 4 Bülows— denn die Kleidung iſt heut zu Tage kaum noch der Gradmeſſer für den Stand einer Perſon, wie das in alten, guten Zeiten der Fall war— heraus⸗ wittern, daß er einen Kavalier vor ſich habe, denn er lüftete mit einigem Widerſtreben den Treſſenhut. Zu⸗ gleich fragte er in einer Weiſe, die gerade zwiſchen „ Höflichkeit und protziger Manier die Mitte hielt—


